Allgemein

Trunken von Krokus und Frühling und Glück

Es ist Frühling! Die Gärten blühen, der Schnee ist vergessen. Das Herz atmet Poesie.
Ich habe für euch einige Fundstücke vom 16. März zusammengestellt.

 

 

Im Garten
atmet die Zeit
freier

Ich atme ein
ihren Duft

Er atmet
mich aus

(Rose Ausländer)

 

 

was immer der märz bereithält,
alle gärten sind einverstanden
zu blühen.
zögere nicht, wirf die asche,
die der winter zurückließ,
in den wind.

wer seinen handschuh im
schnee verlor,
trauert ihm nicht mehr nach.
wer im narrenkleid steckt
und in der früh querpfeifend
heimkehrt, sieht den mond
als geblähte schweinsblase.

was immer der märz
bereithält,
höre nicht auf den zweifler.
die amsel entkam dem frost,
vernimm sie.

(Rainer Brambach)

 

Der Märzwind
haucht
einen Kuss
auf meine Stirn

Er zieht weiter
mit einem Lachen
und dem Versprechen
von helleren Tagen

 

 

Das haltbare Glück
wähnt der Mensch
fernab von sich selbst

Das unhaltbare Glück
lehrt ihn
den Augenblick zu lieben

(Margot Bickel)

 

 

Unser tägliches kleines Leben
ist voller Wunder und
Geheimnisse.

(Ernesto Cardenal)

 

Ende März

Bedenken verfliegen
in milderem Wind
die Sonne zeigt sich
ungefährdet
Horizonte weiten sich
nach Süden
wir atmen wieder –
freier
auf

(Hans-Christoph Neuert)

 

Im Märchenland
blüht die Poesie
ich suche sie
am Traumpfad
der mich führt

(Rose Ausländer)